IT-Security, CIO-KongressLSZ Consulting Wien, Big Data Kongress

01. 12. 2014

Fachkräfte dringend gesucht

Fachkräftemangel4Österreich gehen die Fachkräfte aus. Was international schon länger zu beobachten ist, bereitet auch heimischen Personalverantwortlichen Sorge: Immer weniger Bewerber auf immer mehr Stellen machen einen einstigen Angebots- zu einem Nachfragemarkt. Ganze 42 Prozent aller befragten Firmen haben Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften, stellt eine Umfrage des Personaldienstleister Manpower fest. Am häufigsten gesucht werden Handwerker, Manager, Techniker sowie Mitarbeiter in IT und Vertrieb.  

PERSONALKONZEPTE ÜBERDENKEN

Die Nachfrage unterscheidet sich einer Untersuchung des AMS zufolge je nach Bundesland: Während Salzburg, Tirol und Vorarlberg „Fremdenverkehrsberufe" als Mangelberufe ausweisen, sucht man in Oberösterreich eher nach Facharbeitern im industriellen Bereich. Besonders stark nachgefragt werden Fachkräfte im IT-Bereich, zeigen zahlreiche Studien - zumal diese Dienstleistungen nur selten ins Ausland ausgelagert werden, so das AMS: „Laut einer Umfrage unter österreichischen Führungskräften würde nicht einmal jeder Dritte die Bereiche Betrieb, Support und Wartung in fremde Hände geben." In den Unternehmen wird bisher wenig gegen die drohende Entwicklung getan, zeigt eine Studie des Unternehmensberaters Price Waterhouse Coopers: Zwar sind die meisten Geschäftsführer der Ansicht, dass sie ihre Strategie zur Anwerbung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitern ändern müssen. Bei drei von fünf Unternehmen wurden aber noch keine Schritte in diese Richtung unternommen. Angelika Hamberger, Human Resource Services bei PwC Österreich, rät zu schnellem Handeln: „Besonders das Zusammenspiel zwischen dem Generationenwandel und wirtschaftlichen Herausforderungen erfordert Spezialwissen. Bestehende Personalkonzepte und -kennzahlen müssen daher auch in komplexen Unternehmensstrukturen überdacht werden."  

NACHWUCHSKRÄFTE ANSPRECHEN

Neben Fachkräften fehlt es in vielen Unternehmen auch am Nachwuchs: Rund zwei Drittel der Unternehmen in Österreich haben einer market-Studie zufolge Schwierigkeiten bei der Lehrlingssuche. Eine Untersuchung des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft und dem Österreichischen Institut für Berufsbildforschung geht für die kommenden Jahre von einem deutlichen Rückgang der Berufseinsteiger insgesamt aus. Verbunden mit der bevorstehenden Pensionierungswelle zeichnet sich ein verheerender Mangel an Fachkräften ab, der durch heimische Arbeitskräfte nicht gedeckt werden kann. Grund genug, vermehrt am ausländischen Arbeitsmarkt zu rekrutieren: „Die internationale Rekrutierung bietet eine große Chance, den Bedarf an Fachkräften trotz des demographischen Wandels nachhaltig zu stillen. Vorausgesetzt, österreichische Unternehmen passen ihre Rekrutierungsstrategie an die Anforderungen der Bewerber aus anderen Ländern an", sagt Rudi Bauer, Geschäftsführer von StepStone Österreich. Am besten kommen heimische Unternehmen übrigens bei Arbeitskräften aus süd- und osteuropäischen Staaten an, etwa Bosnien-Herzegowina, Slowenien und Serbien. Aber auch aus Finnland findet gut ein Drittel der Arbeitnehmer Österreich attraktiv.

Mehr zum Thema „Internationale Fachkräfte rekrutieren" erfahren Sie beim Future Of Work-Workshop mit StepStone-Geschäftsführer Rudi Bauer.

Er wird aktuelle Mobilitätstrends aus der Studie "Decoding Global Talent" präsentieren, die StepStone gemeinsam mit der Boston Consulting Group durchgeführt hat. Es ist die weltweit größte Erhebung zum Thema Jobmobilität, bei der mehr als 200.000 Arbeitskräfte aus 189 Ländern von April bis Juni 2014 befragt wurden.