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09. 03. 2015

Next Generation Learning - Wie Babyboomer & Generation Y zusammenarbeiten

Der demographische Wandel stellt die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht vor neue Herausforderungen - nicht nur in Deutschland und Österreich. Laut einer Studie der ManpowerGroup zum „Fachkräftemangel 2014" haben 40 Prozent der deutschen Unternehmen große Probleme offene Stellen zu besetzen - in Österreich ist diese Problematik sogar noch gravierender. Wirtschaft und Politik müssen sich vor diesem Hintergrund auch auf grundlegende Veränderungen in der Arbeitswelt einstellen. Die fortschreitende Überalterung der Bevölkerung und der wachsende Mangel an qualifizierten Fachkräften sind jedoch Entwicklungen, die Unternehmen nicht einfach hinnehmen, sondern mit entsprechenden Maßnahmen abfedern müssen, um ihren Personalbedarf langfristig sicherzustellen.

Wissen ist Macht

Das Problem ist bekannt: Mitarbeiter gehen in den Ruhestand und damit scheidet auch ihre langjährige Expertise aus dem Unternehmen. Für neue Mitarbeiter oder Berufseinsteiger bedeutet dies wiederum, dass sie alles von der Pike auf lernen müssen. Und das schneller als jemals zuvor, denn die aufklaffende Wissenslücke wird aufgrund des Generationenwandels und der zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen immer größer. Die einen haben das Wissen, die anderen brauchen das Wissen. Warum also diese Positionen nicht zusammenbringen?

Mut zur Lücke? - Besser nicht

Die Wissenslücke, die ein erfahrender Mitarbeiterfow_next_generation_learning_1_web beim Verlassen des Unternehmens hinterlässt, schließt sich jedoch nicht von selbst. Das „Outboarding" muss entsprechend vorbereitet werden. Aus diesem Grund sind Strukturen erforderlich, die den Verlust langjähriger Mitarbeiter, nennen wir sie „Seniors", überbrücken. Eine Möglichkeit können hier Programme und Lösungen sein, die Berufsanfänger schnell und effizient an Bord bringen und dann kontinuierlich weiter auf ständig neue Herausforderungen vorbereiten. Die Seniors übernehmen dann innerhalb dieser Programme die Rolle der „Lehrer" oder „Mentoren" - In einem Blended Learning Konzept mit Kollaborationslösungen bleibt das Wissen im System vorhanden.

Die Vorteile für die Beteiligten liegen auf der Hand: 1. Die Seniors können ihre Erfahrung weitergeben. 2. Berufsanfänger oder junge Mitarbeiter werden optimal auf die jeweilige Situation vorbereitet, übernehmen schneller Verantwortung und haben im Unternehmen immer Ansprechpartner, die ihnen beratend zur Seite stehen. 3. Unternehmen vermeiden den Verlust wertvollen industriespezifischen Wissens und sichern somit ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Wissen schafft Wissen

Einen wichtigen Platz auf der Unternehmens-Agenda nimmt daher in Zukunft die Schaffung neuer Wissens-Transfer-Konzepte ein. Wissensmanagement und maßgeschneiderte Learning-Angebote gewinnen in diesem Kontext zunehmend an Bedeutung. Das Wissen der Seniors muss geteilt, gesammelt, konserviert und aufbereitet und den Berufsanfängern bedarfsgerecht bereitgestellt werden. An dieser Stelle können vor allem innovative und flexible Learning Management Systeme (LMS) entscheidende Unterstützungsarbeit leisten. Trainingsvideos oder individualisierte Inhalte können hier hinterlegt werden. Mitarbeiter erhalten ebenfalls die Möglichkeit, sich auf integrierten Social-Media-Plattformen über Trainings auszutauschen und relevante Themen zu diskutieren. Es ist der entscheidende Schritt zum Learning on Demand, denn die Lerninhalte sind in allen Formen verfügbar und können sogar in Communities diskutiert werden.

Flexibilität ist Trumpf

Um Lernangebote möglichst passgenau auf die Bedürfnisse und Lerngewohnheiten der verschiedenen Mitarbeitergruppen und -generationen zuzuschneiden, lassen sich bei Learning-Lösungen wie der von Cornerstone beispielsweise einzelne Prozesse bereichsübergreifend verschiedenen Nutzergruppen zuordnen, Gruppen und Communities bilden. Ältere Mitarbeiter können dadurch beispielsweise auf klassische Lernmethoden zurückgreifen, während ihre jüngeren, internetaffinen Kollegen entsprechende Tools nutzen. Berufseinsteiger haben zudem nicht nur andere Karriereambitionen als die sogenannten „Silver Ager", die auf der Karriereleiter schon weiter oben stehen, sondern auch anderen Lerngewohnheiten und Bedürfnisse. Deshalb müssen Lerninhalte und -angebote gerade für junge Mitarbeiter attraktiv gestaltet sein, damit sie Spaß am Lernprozess haben und die angebotenen Tools auch nutzen. Eine Lernplattform muss daher einfach zu bedienen sein und mit wenigen Klicks zu den gewünschten Inhalten führen. Die Möglichkeit firmeninterne MOOCs und Foren zu bilden fördert die Motivation und das Talent Engagement zusätzlich.

Kenne deinen Nächsten − das Talent Management der Zukunft

Doch was bedeutet das in der Konsequenz für die HR-Arbeit und das TalentManagement insgesamt? In Zukunft wird sich das gesamte Talent Management auf die Heterogenität innerhalb der Mitarbeiterschaft anpassen müssen. Vorstellbar sind ganze Talent Management Teams statt einzelner Verantwortlicher, die sich um die verschiedenen Zielgruppen und ihre Bedürfnisse kümmern. Denn nur wer in der Lage ist, bedarfsgerecht und flexibel auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter − auch im Learning − zu reagieren, kann das Unternehmenswissen nachhaltig sichern, sich für die Zukunft verfügbar machen und die Nutzung steigern.